Geschätzte Lesedauer: 13 Minuten
Inhalt:
Hast du schon mal was von dem Manson’schen Gesetz der Vermeidung gehört?
Es lautet wie folgt:

Mark Manson beschreibt dieses Konzept in seinem Buch „The Subtle Art of Not Giving a F*ck“ (zu Deutsch: Die Subtile Kunst des Darauf Scheissens).
Worum dreht sich dieses Konzept also?
Manson beschreibt, dass wir als Menschen alles vermeiden, was unsere Selbstwahrnehmung oder eigene Identität infrage stellen könnte.
Es ist ein natürlicher Schutzmechanismus, um unsere Identität zu beschützen.
Und was hat das Ganze jetzt damit zu tun, dass Veränderung so schwer ist?
Einfach alles.
Wir erschaffen durch unsere Lebensweise eine Identität.
Wir nehmen diese Identitäten selbst an oder werden von anderen danach betitelt.
Dadurch werden wir zum Lehrer, zur Bankkauffrau, zum Partylöwen, zur Mutter, zum Crossfitter, zur Raucherin, zum Veganer.
Wir bestimmen daraus Wertvorstellungen (Eigenschaften oder Verhaltensweisen, die uns wichtig sind) für uns selbst und wir schützen diese Werte.
Wir leben nach diesen Wertvorstellungen, rechtfertigen sie und pflegen sie.
Selbst wenn wir diese Werte nicht unbedingt wollen, beschützen wir sie trotzdem, weil sie zum Teil unserer Identität geworden sind.
So abgedreht funktioniert unser Gehirn.
Wenn Veränderung schwer für dich ist und du sogar Angst davor hast, dann liegt es genau daran, dass jede noch so kleine Veränderung deine Identität bedroht.
Hab keine Angst vor Veränderung.
Es ist normal, wenn du deine Identität beschützen willst.
Wenn du aber nicht einfach nur der Lehrer oder die Mutter oder der Crossfitter sein willst?
- Was, wenn der Lehrer gerne seine eigene Kunst verkaufen will und damit lieber Künstler sein will?
- Vielleicht will die Mutter lieber ihre selbstgenähte Mode auf Instagram einstellen und Designerin sein.
- Und kann der Crossfitter nicht auch klassische Musik spielen und damit Musiker sein?
Unsere Träume und Wünsche können auf einmal mit unserer geschaffenen Identität kollidieren.
Was würden die anderen plötzlich dazu sagen?
Damit du lernst, keine Angst mehr vor Veränderungen zu haben, musst du lernen, deine Identität ein Stück weit abzulegen.
Es gibt 6 Gründe, die dich fest an deine Identität fesseln können und die es dir schwer machen, Veränderung in deinem Leben willkommen zu heißen.
In diesem Artikel lernst du von mir, was dich an deiner Identität fesselt, und noch viel wichtiger: wie du dich selbst befreien kannst, damit Veränderung nicht mehr schwer für dich ist.
Hab keine Angst vor Veränderung.
Veränderung ist Teil unseres Lebens.
6 Gründe, warum Veränderung schwer ist und wie du deine Angst davor überwindest.

1. Die Komfortzone
Als Gewohnheitstiere lieben wir unsere Komfortzone, unsere Routinen und unsere bekannten Muster.
Das Leben in der Komfortzone ist angenehmer, einfacher, vorhersagbar und vor allem verbrauchen Routinen weniger Energie im Gehirn.
Etwas Vertrautes zu tun, selbst wenn es dich unzufrieden und unglücklich macht, gibt dir trotzdem immer ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität.
Aber nichts kann in der Komfortzone gedeihen.
Ein Leben gestaltet sich immer außerhalb der eigenen Komfortzone.
Mit dem Verlassen der Komfortzone wirst du Unsicherheit erfahren und in Kauf nehmen, dass du dich auf Unbekanntes einlassen musst.
Wir fürchten die Unsicherheit, aber genau diese kann uns auch antreiben. Denn als Menschen sind wir so gestrickt, dass wir den größten Aufwand betreiben, um uns wieder einen gewissen Grad an Sicherheit und Komfort aufzubauen.
Daher ist Ungewissheit der Ursprung allen Fortschrittes und Wachstums, was den Menschen seit jeher rastlos macht.
Wir sind unentwegt bemüht, uns anzustrengen, etwas zu verbessern, zu erfinden, zu bauen oder für uns einzunehmen.
Wir wollen immer noch ein bisschen mehr als das, was wir gerade besitzen.
(dass diese Einstellung nicht immer positiver Natur ist, klären wir an einer anderen Stelle).
Unsicherheit ist ein effektiver Schmerz, uns in Bewegung zu versetzen.
Das ist wahrscheinlich nicht die Art von Motivation, die du zu Beginn dieses Artikels erwartet hast.
Aber wir Menschen verfügen über eine enorme Leidensfähigkeit, und Schmerz treibt uns nun mal an.
Leider kann ich diese Erkenntnis, dass Leiden Teil unseres Lebens ist, nicht in Watte packen und mit Konfetti bestreuen.
Es führt kein Weg um diese Erkenntnis herum.
2. Angst vor dem Scheitern
Menschen haben mehr Angst vor einem potenziellen Verlust als Hoffnung auf einen potenziellen Gewinn.
Wir würden eher ein ganzes Leben in einem schlechten Job leiden, als die Chance auf einen besseren Job zu ergreifen, weil wir sind eben verdammt gut im Leiden.
Der andere Grund, warum wir Angst vor einer Veränderung haben, auch wenn sie positiv sein könnte, ist die Angst vor dem Scheitern.
Wir fürchten uns davor, unseren schlechten Job gegen einen noch schlechteren Job einzutauschen.
Das kann passieren.
Bei jedem Schritt ins Unbekannte kann dir niemand garantieren, dass es besser wird.
Es kann auch schlechter werden.
Aber Rückschläge und Fehler gehören nun einmal zum Veränderungsprozess.
Das ist eine andere harte Wahrheit, die ich auch nicht besser in Watte verpacken kann.
Wie Unsicherheit ein Katalysator für Veränderung ist, so sind es auch Rückschläge und Fehler.
Nur aus Fehlern oder Rückschlägen können wir lernen. Es gibt nichts zu lernen, wenn wir alles richtig machen.
Sei für jeden Fehler dankbar und versuche zu verstehen, was schiefgelaufen ist.
Nutze deine Erkenntnis, um zu lernen und es beim nächsten Versuch besser zu machen.
Vergiss dabei nicht: Jeder macht Fehler, aber nur wer zu seinen Fehlern steht, dem bieten sich auch alle Möglichkeiten der Veränderung.
Bist du nicht gewohnt, mit Fehlern umzugehen, dann starte deinen Prozess der Veränderung in kleinen Schritten. Kleine Schritte, eher kleine Fehler.
3. Das soziale Umfeld
Nichts kann uns so an unsere Identität fesseln wie unser soziales Umfeld.
Es ist natürlich, dass wir angenommen werden wollen, so wie wir sind.
Wir wollen alle unbewusst auch anderen gefallen.
Sei es jedoch Familie, Freundinnen oder Kolleginnen: Alle können es uns schwierig machen, unsere Identität abzulegen.
Negative Reaktionen, Ablehnung oder mangelnde Unterstützung können uns demotivieren und uns in unserer Entscheidung verunsichern.
Aus einem solchen sozialen Umfeld kann nichts Positives erwachsen und es wird in dir immer nur Zweifel streuen. Menschen in einem solchen Umfeld scheuen selbst jede Veränderung und missgönnen dir deinen Mut zur Veränderung. Sie möchten dich kleinhalten, nur aus ihrem eigenen Unvermögen, sich zu verändern.
In solch einem Fall bleibt dir nichts anderes übrig, als dich von diesem negativen Umfeld zu trennen und dich fernzuhalten.
Suche dir Menschen, die selbst keine Angst vor Veränderung haben.
Dieses Umfeld wird dich unterstützen, dich motivieren und bestärken.
Und findest du nicht auf Anhieb ein solches Umfeld, dann vergiss nicht:
Wir führen unser Leben für uns selbst, nicht für andere.
4. Mangelndes Vertrauen
Es ist immer einfach, die Verantwortung für sein eigenes Wohlbefinden abzugeben.
Man kann alles und jedem die Verantwortung zuschieben: den äußeren Umständen, dem Verhalten anderer, der Arbeit, sogar dem Wetter kann man die Schuld in die Schuhe schieben.
Wir Menschen sind gut darin, die Rolle des Opfers einzunehmen.
Diese Haltung ist bequem und entbindet uns unserer eigenen Verantwortung.
In dieser Haltung vergessen wir jedoch, welche unglaubliche Kraft in uns steckt. So gut wie wir im Leiden sind, so gut sind wir auch darin, Lösungen für unsere Probleme zu finden.
In uns allen steckt die Kraft, Veränderung herbeizuführen, wenn wir bereit sind, die Verantwortung für uns selbst zu übernehmen.
Nichts und niemand ist verantwortlich für dein Wohlbefinden. Nur du allein trägst die Verantwortung dafür. Du hast immer die Wahl zwischen Selbstmitleid oder etwas dagegen zu tun.
Wenn du leiden willst, dann ist das deine Wahl.
Oder du entscheidest dich dafür, deine Kraft für Veränderung zu nutzen.
Es ist alles deine Entscheidung.
5. Orientierungslosigkeit
Fehlt es dir an Orientierung im Leben, dann wirst du dich nicht von deiner jetzigen Identität lösen können.
Wenn wir nicht wissen, wo wir hinwollen, dann bleiben wir dort, wo wir gerade sind.
Wir klammern uns an dem Bekannten fest.
Du musst also bis zu einem bestimmten Grad dein Ziel bestimmen, bevor du deine Angst vor Veränderung überwinden kannst.
Aber woher weiß ich, was ich will und was mein Ziel ist?
Wenn du orientierungslos bist, dann ist das Einfachste, sich auf sich selbst zu besinnen.
Lerne dich selbst besser kennen.
Sei ehrlich mit dir und scheue dich nicht, dir die richtigen Fragen zu stellen, um dir Klarheit zu verschaffen.
Zum Beispiel mit Fragen wie:
- Was will ich für mich selbst?
- Worin bin ich gut?
- Was macht mich stark?
Je mehr du dich selbst kennst, desto klarer wird auch dein Ziel und die Richtung, in die du willst. Sobald du diesen Punkt erreicht hast, schwindet auch die Angst vor der Veränderung.
6. Kaputter Kompass
Durch unsere Lebensweise, Gewohnheiten und das, was wir glauben zu wissen, verinnerlichen wir alle unbewussten Glaubenssätze.
Falsche Glaubenssätze lassen uns wiederholt dieselben unerwünschten Erfahrungen machen. Sie können uns blockieren und sabotieren.
Es ist, als ob du einen Kompass nutzt, von dem du nicht weißt, dass er kaputt ist.
Einen kaputten Kompass kannst du leicht an Aussagen erkennen wie:
- Das war schon immer so.
- Ich konnte das noch nie,
- So war ich schon immer.
Glaubenssätze sind jedoch nicht in Stein gemeißelt und du musst nicht akzeptieren, was du zu glauben scheinst.
Eine Methode, seine unbewussten Glaubenssätze immer wieder aufzulösen, ist, zu akzeptieren, dass du mit allem falschliegen könntest.
Du musst nicht gezwungenermaßen falsch liegen, aber versuche einmal alles aus dieser Perspektive zu betrachten.
Denn im Falschliegen verbirgt sich die Möglichkeit zur Veränderung und es bietet dir die Chance auf Wachstum.
Wie wir unsere eigenen Überzeugungen aufbauen, so können wir diese gleichwohl auch wieder niederreißen.
Sei dir nie sicher, was du glaubst. Hinterfrage und reflektiere dich selbst und akzeptiere, dass du jederzeit mit deiner aktuellen Überzeugung falschliegen könntest.
Denn unsere Überzeugungen sind leicht verformbar und unsere Erinnerungen sind leider oft unzuverlässig.

Veränderung ist schwer, aber sie ist nicht unmöglich.
Du musst deine geschaffene Identität nicht für immer akzeptieren.
Veränderungen öffnen die Türen zu neuen Möglichkeiten, Erfahrungen und persönlichem Wachstum.
Nur außerhalb der Komfortzone wirst du deine größten Erfolge und schönsten Momente feiern.
Finde den Mut, die ersten kleinen Schritte zu wagen, und schaffe dir damit Raum für neue Chancen und wertvolle Lektionen.
Umgebe dich mit Menschen, die dich unterstützen, motivieren und bestärken.
Habe Vertrauen in dich selbst, denn Veränderungen fordern uns heraus und lassen uns erkennen, wozu wir wirklich fähig sind.
Lerne dich selbst besser kennen und du wirst von selbst herausfinden, was sich verändern muss, um deine Ziele zu erreichen.
Sei dir deiner Überzeugungen nie sicher und hinterfrage und reflektiere dich immer wieder. Somit bleibst du offen für Veränderung.
Schrecke nicht vor der Ungewissheit zurück, denn sie ist dein Katalysator für ein besseres Leben.

Eine Sache noch …
Ich habe noch einen letzten Tipp für dich:
Besorge dir ein Tagebuch und fange an, regelmäßig deine Gedanken und Gefühle darin festzuhalten.
Das tägliche Schreiben kann dir helfen, dich selbst besser kennenzulernen.
Dadurch kannst du mehr über den wahren Grund deiner Ängste erfahren und es kann dir Klarheit über deine Ziele, Träume und Wünsche verschaffen. Falls du auch bereit bist, deine Glaubenssätze zu hinterfragen, dann kannst du das auch in einem Tagebuch festhalten.

Du kannst in vielerlei Hinsicht vom Tagebuchschreiben profitieren. Willst du mehr über das Thema Tagebuchschreiben erfahren, dann schau dir einmal meinen Artikel dazu an.
Leseempfehlung zum Artikel

Passend zu diesem Kapitel kann ich dir das Buch „The Subtle Art of Not Giving a F*ck“ (zu Deutsch: Die Subtile Kunst des Darauf Scheissens) von Mark Manson empfehlen.
Manson bietet in seinem Buch eine direkte, ungeschönte, andere Perspektive auf das Leben.
Durch seinen speziellen Humor fördert er seine Leser dazu, die eigenen Grenzen zu akzeptieren und sich auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist.
Und auf alles andere einen Scheiß zu geben.Willst du mehr über das Buch erfahren, dann schaue dir einmal meine Leseempfehlung an.
Hier gibt es noch mehr interessantes:
- Positive Affirmationen: Wie sie wirken – und wie sie sich von Manifestieren und Visualisieren unterscheiden

- Auf in ein neues Jahr: 365 neue Tage voller Möglichkeiten – Dein inspirierender Ausblick auf das Beste im neuen Jahr

- Ziele für das neue Jahr setzen: Mit der SMART-Regel ein erfolgreiches neues Jahr gestalten













0 Comments